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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
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Aktuelle Schließzeiten

Am 25. April sowie am 8., 15. und 16. Mai 2018 schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

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Objekt des Monats September 2012: Gestern, heute und morgen

Gestern, heute und morgen. Arnaldo Putzu/ Atelier Studio Favalli, 1964. Wien: Piller-Druck. 118,6x83,6 cm, P-99357

Am 10. Oktober 2012 präsentiert die Wienbibliothek den vierten Band ihrer Plakatbuchreihe in Kooperation mit der Viennale. Nach den Büchern zu den Dekaden der 50er bis 70er Jahre wird nun ein fast 200 Seiten umfassender Band zum Bestand der Filmplakate vorgestellt. Das Cover des Filmplakatbuchs zeigt Ausschnitte aus einem typischen Filmplakat der 60er Jahre. Sophia Loren halb im Profil ist einmal als laszives Sexsymbol mit wallenden Haaren, leicht geöffnetem Mund und katzengleichen, halbgeschlossenen Augen, ein zweites Mal mit strengem, forschendem Blick, die Augen auf ein in der Ferne liegendes Ziel gerichtet, abgebildet. Das dritte Porträt Lorens zeigt sie als Dame mit schwarzem Handschuh und weißem Hut. Unten rechts ist etwas weniger prominent positioniert Marcello Mastroianni zu erkennen, mit dem die Loren in vierzehn Filmen spielte.

Der heute wenig bekannte Film "Gestern, heute und morgen" (Ieri, oggi, domani) feierte am 14. August 1964 im Wiener Apollo-Kino seine Österreich-Premiere. Der Film, produziert von Sophia Lorens Ehemann Carlo Ponti, wurde bei den Golden Globes ausgezeichnet und bei den Oscars zum besten fremdsprachigen Film 1964 gekürt. Das Plakat stammt aus der Hand von Arnaldo Putzu und entstand 1964 im Atelier Studio Favelli. Über Arnaldo Putzus Schaffen ist wenig bekannt. Wie einige andere italienische Plakatmaler lebte er in den späten sechziger Jahren in London und arbeitete als Filmplakatmaler in diversen Studios, wie "Downton" und "Feref", bevor er 1985 nach Rom zurückkehrte und seinen Lebensunterhalt als Porträtmaler verdiente.

Putzu malte die Porträts der DarstellerInnen, wofür ihm nach üblichem Modus Fotos vom Set oder Film-Stills zur Verfügung gestellt wurden, und aus diesen komponierte er seinen Entwurf. In seltenen Fällen waren die Plakatmaler eingeladen, bei einer Voraufführung den Film zu sehen, um einen passenden Entwurf gestalten zu können. Auch in Wien gab es zahlreiche Plakatmaler, deren Blütezeit 1964 jedoch bereits vorüber war. Es wurde nicht mehr Entwürfe bei lokalen Künstlern beauftragt, sondern vermehrt ein Entwurf zur Bewerbung in allen Ländern verwendet. So wurde Putzus Plakat auch für den Wiener Markt übernommen. Gedruckt wurde es noch bei der Wiener Druckerei Piller, die zahlreiche Filmplakate produzierte. Wenige Jahre später sollte sich auch das ändern und die in Deutschland für den gesamten deutschsprachigen Markt produzierten Plakate kamen in Österreich zum Aushang.

Die Plakatsammlung der Wienbibliothek verwahrt rund 12000 Filmplakate und trägt damit maßgeblichen Anteil an der Dokumentation der Kino- und auch der Filmgeschichte der Stadt. Den Kern der Sammlung bilden neben Filmplakaten zu Wiener bzw. österreichischen Produktionen, auch Plakate zu internationalen Filmen, die in Wiener Kinos gespielt wurden. Darüber hinaus sind oft auch noch die in Deutschland affichierten Plakatentwürfe vorhanden. Es finden sich darunter auch zahlreiche Schriftplakate, jedoch ist der Bestand an Wochen- und Festivalspielplänen nicht mitgezählt, der weitere 5000 Plakate umfasst. Zusätzlich sind etwa 6000 sogenannte Filmstreifen vorhanden. Diese weisen auf einem schmalen Streifen Papier meist nur den Filmtitel auf und waren für den Aushang im Kino und zum Anbringen an Litfaßsäulen vorgesehen. Quantitativ bilden die Filmplakate der 1950er bis 1970er Jahre den Schwerpunkt des Bestands. Die ältesten Plakate datieren aus der Frühzeit der Wiener Kinogeschichte, aus dem Jahr 1906, die jüngsten aus 2012, da die Sammlung bis heute fortgeführt wird.

Archiv der Objekte des Monats 2012