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Digitale Sammlungen
Entwurf von Otto Wagner zum Stadtmuseum
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
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Aktuelle Schließzeiten

Am 25. April sowie am 8., 15. und 16. Mai 2018 schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

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Bücher aus dem Nachlass von Herbert Steiner

Exlibris von Herbert Steiner.

Aus dem Nachlass des Wiener Politikers und Historikers Herbert Steiner (1923-2001) stammt ein kleines Konvolut von Büchern, das nun in die Sammlung der Wienbibliothek im Rathaus eingegangen ist.

Steiner war seit seiner frühen Jugend in der kommunistischen Partei tätig. 1938 in die Emigration nach Großbritannien gezwungen, erlernte er das Handwerk des Schriftsetzers und Korrektors. Als er 1945 nach Wien zurückkehrte, betätigte er sich als Bezirkspolitiker, studierte Geschichte an der Karls-Universität Prag und gründete 1963 das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW), dessen Leitung er auch übernahm. Nach seinem Tod im Jahr 2001 wurde ihm zu Ehren der Herbert-Steiner-Preis ins Leben gerufen, der vom DÖW seit 2004 jährlich vergeben wird.

Unter den neu erworbenen Nachlassbüchern befinden sich eigene Werke Steiners, wie etwa die Monographie über Käthe Leichter (1973; mit der Widmung von deren Sohn Henry Leichter). Aber auch mehrere Bücher Ilja Ehrenburgs verdienen Beachtung; Steiner hatte Ehrenburg offenbar auch persönlich kennengelernt, worauf zumindest das Exemplar der Reportage "Auf den Straßen Europas" (1946) mit der eigenhändigen Signatur des Verfassers hindeutet. In dem Konvolut sind aber auch einige alte Bücher enthalten, wobei ein französisches Gebetbuch aus dem Jahr 1749 den chronologischen Anfang macht. Beachtung verdienen weiters zwei frühe Bände über den Saint-Simonismus, eine von Saint-Simon (1760-1825) begründete, frühsozialistische Denkschule, die Steiner wohl aus politischen Gründen interessierten. Vielleicht das bemerkenswerteste unter den Büchern älteren Datums ist aber ein Zensurexemplar der Wiener Ausgabe des Dramas "Selim, Prinz von Algier" von Johann Friedrich Jünger (1805). Die Zensurbehörden in Salzburg und Linz, die in den Jahren 1832 und 1853 ihr Placet unter das zur Aufführung eingereichte Drama zu setzen hatten, wussten daran freilich nicht viel auszusetzen: einzig der Kraftausdruck "Christenhunde" musste durch das schlichtere "Christen" ersetzt werden.

Archiv der Neuerwerbungen 2014