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Veranstaltungen

Das Wiener Psychologische Institut (1922–1938) – die lokale Komponente innovativer Forschung

Neue historische Erkenntnisse zu Bedingungen von wissenschaftlicher Innovation am Beispiel des von Karl und Charlotte Bühler geleiteten Wiener Psychologischen Instituts

Collage historischer Unterlagen zum Wiener Psychologischen Institut

Zeit und Ort

November 17 2026
Dienstag, 18:30 Uhr

Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus
Eingang Lichtenfelsgasse 2, Stiege 6, 1. Stock
1010 Wien

Anmeldung

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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Livestream

Hier finden Sie den Link zum Livestream.

Gespräch

Begrüßung:
Anita Eichinger
Direktorin Wienbibliothek im Rathaus 

Podium:
Janette Friedrich
Philosophin
Gerhard Benetka
Psychologiehistoriker

Moderation:
Friedrich Stadler
Wissenschaftshistoriker und Philosoph

Über die Veranstaltung

Karl Bühler wurde im August 1922 zum ordentlichen Professor für Philosophie mit besonderer Berücksichtigung der Psychologie und Pädagogik an die Wiener Universität berufen und einige Monate später mit der Leitung des neu gegründeten Wiener Psychologischen Instituts betraut. Gemeinsam mit seiner Frau Charlotte und einem großen Stab von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen baute er dieses Institut bis 1938 zu einem der renommiertesten und produktivsten in Europa aus. So finden sich 300 Einträge in der Liste der Veröffentlichungen des Instituts zwischen 1924 und 1936; fast 200 Dissertationen wurden von Karl Bühler als Erstgutachter approbiert, über die Hälfte, 113, sind von Frauen geschrieben; von September 1931 bis August 1937 erhielt das Institut von der Rockefeller-Stiftung eine bedeutende finanzielle Unterstützung für die Forschungen. Aber was steht hinter solchen Statistiken?

Bei unseren Forschungen in den Nachlässen von Karl und Charlotte Bühler stießen wir auf etwas, was in der Geschichte der Psychologie, die sich noch zu oft auf die Werke und Lebensläufe ihrer Klassiker beschränkt, oft vernachlässigt wird: Spuren der ganz alltäglichen Aktivitäten, die am Wiener Institut realisiert wurden und die, so unserer Hypothese, neue Erkenntnisse liefern über die Bedingungen innovativer Wissensproduktion. Die Fundstücke (Bilder, Protokolle, Vorlesungsmitschriften, Notizbücher, Zeitungsartikel, Veranstaltungsflyer, Augenzeugenberichte usw.) haben wir in den ersten zwei Bänden der Bühleriana publiziert und kommentiert. Sie zeigen, dass Wissenschaft auch und vor allem ein Geschehen hic et nunc ist, „das seinen bestimmten Platz im geographischen Raum und im gregorianischen Kalender hat“ (Bühler) und somit immer eine lokale Komponente besitzt.

Wir laden ein zu einer Reise in das Wien der 1920er/1930er Jahre, um dieses von uns so genannte ‘Lokale’ in der Wissenschaft zu entdecken. Es geht: in das Hotel Regina, in dem das Mittwochskolloquium der Bühlers endete; in die Psychiatrisch-Neurologische Klinik, an der die Seminaristische Arbeitsgemeinschaft mit dem Psychiater und Gehirnpathologen Otto Pötzl stattfand; in die Wiener Kinos, an denen Hilde Spiel, Hans Herma u.a. die Materialien zur Filmforschung sammelten. Und wir werden ganz eigenwillige Frauenbiographien vorstellen, die so gar nicht den heutigen universitären Kriterien entsprechen: Biographien von Frauen, die gerade auch als akademische Außenseiterinnen unglaublich innovative Beiträge zur universitären Wissenschaft leisteten.

Beitragsbild:
Rechnungsbuch des Psychologischen Instituts, Dezember 1937 (Ausgaben), Universitätsarchiv Wien, AT-UAW/Psychologisches Institut, 2.2.-2.3. Inventare und Protokolle. 

Annonce zur Einrichtung seminaristischer Abende zwischen der Wiener Psychologenschule und der Wiener Psychopathologenschule im Rahmen des «Vereines für angewandte Psychopathologie und Psychologie», Wiener Medizinische Wochenschrift, 1934 (18), 508. 

Plan: Babes in Toyland, Hans Herma, «Die Bildhaftigkei des Films», Dissertation, Universität Wien, 1938, Anhang. 

Karl und Charlotte Bühler mit Else Frenkel, ca. 1925, Universitätsarchiv Wien, Teilnachlass («Exilnachlass»): Bühler, Charlotte und Karl, Fotosammlung 

Report on the work which was done under auspices of the Rockefeller-Foundation