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Veranstaltungen & Ausstellungen

„Anständige Frauen“. Roman von Emilie Mataja

Unter dem Pseudonym „Emil Marriot“ schrieb Emilie Mataja um 1900 einen Page-Turner nach dem anderen. Ihr vor 120 Jahren erschienener Roman „Anständige Frauen“ ist nicht nur ein hitziges Beziehungsdrama, sondern auch eine clevere Auseinandersetzung mit Klasse und Geschlecht. Es geht darin um Frauen, die sich nicht schuldig fühlen für das, was sie wollen.

Buchcover Anständige Frauen

Zeit und Ort

Mai 06 2026
Mittwoch, 18:30 Uhr

Lesesaal der Wienbibliothek 
Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse 2
Stiege 6, 1. Stock
1010 Wien

Anmeldung

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.

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Livestream

Hier finden Sie den Link zum Livestream.

Im Gespräch

Herausgeberinnen:
Bettina Balàka
Freie Schriftstellerin 
Katharina Prager 
Zeithistorikerin und Biografieforscherin, Wienbibliothek im Rathaus 

Lesung:
Julia Jelinek
Schauspielerin 

Zur Veranstaltung

1900, ein Herrensitz: Schloss Borryán ist verwaist. Und was geschieht auf einem Herrensitz, wenn der Graf anderwärts weilt? Die Dienerschaft ist sich selbst überlassen. Die neunzehnjährige Tochter des Herrschaftskutschers – Christine – plagt die Langeweile. Sie soll sich eine Arbeit als Kammerjungfer oder Kindergärtnerin suchen, während ihr doch eigentlich ein Dasein als Prinzessin gebühren müsste. Oder zumindest als Gräfin. Als Graf Murány kurzerhand seine Zelte in der französischen Hauptstadt abbricht und nach Borryán zurückkehrt, ergreift Christine ihre Chance. Die beiden geben sich einer Liebesbeziehung hin, deren Intensität nur die unangekündigte Ankunft der Gräfin Einhalt gebieten kann. Es folgt ein intrikates Spiel um Titel und Prunk, um die Gunst des Grafen und das Ansehen im Schloss.

Bettina Balàka, selbst Autorin und Herausgeberin der Haymon Her Story-Reihe, spricht mit Mataja-Biographin Katharina Prager über den zeitlosen Roman, die darin auftretenden Frauen –die klug, mutig, unbeugsam, skandalös und in keiner Weise anständig sind – über das heute noch zu besichtigende Schloss Brodzany und nicht zuletzt Emilie Mataja selbst. An der Wienbibliothek im Rathaus liegen ihre Tagebücher, die von ihren Ausbruchsversuchen aus der Enge der kleinbürgerlichen Familie, aber auch von Alterseinsamkeit erzählen, ihre Briefe, in denen sie ihr Netzwerk und ihren Freundeskreis pflegte, wie auch zahlreiche andere Lebensdokumente, die das außergewöhnliche Leben dieser Autorin zeigen.

 

Zitate von Emilie Mataja

„Dem Starrsinn eines Weibes ist kein Mann gewachsen.“ – Emilie Mataja 1906

„Sie war so alt wie er. Viel klüger als er, viel klüger und besonnener.“ – Emilie Mataja 1906 

„Laß mich meinen Weg gehen, Baby. Ich weiß, was ich will – und muß.“ – Emilie Mataja 1906 

„Wir modernen Menschen sind zu kompliziert.“ – Emilie Mataja 1906 

„Die Macht der Suggestion wirkte hier wie überall.“ – Emilie Mataja 1906 „Man sucht und liebt die Liebe selber ...“ – Emilie Mataja 1906 

„Wer durchaus finden will, findet immer etwas. Und schließlich kann man ja auch erfinden.“ – Emilie Mataja 1906 

„Ein so gewandter Schachzug in so kritischer Lage wäre einem Manne kaum, und gewiß fast jeder Frau gelungen.“ - Emilie Mataja 1906

„Ein geringes Mädel ist am Ende auch ein Mensch ... so gut wie der Herr Graf.“ - Emilie Mataja 1906 

„Die Heuchelei ist der allzu harten Tugend jämmerliche Tochter.“- Emilie Mataja 1906

Anständige Frauen 

EUR 24,90 –

Hrsg. Bettina Balàka und Katharina Prager 
Haymon Verlag 2026
328 Seiten, gebunden 
ISBN 978-3-7099-8272-3
Erscheinungsdatum: 02.04.2026

Beitragsgrafik:
Buchcover