Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Wien Geschichte Wiki

Wien Geschichte Wiki

Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Sie sind in:

Sie sind hier

"daß er die Namen der Frauen auch in seinem Adressbuch aufnähme". Initiativen zur Vernetzung in Frauenbewegungen

Internationaler Frauentag 1947. Wien: Franz Blaha 1947. Wienbibliothek, Tagblattarchiv, TF-999274

Ort und Zeit

30. März 2011, 18.30 Uhr
Lesesaal der Wienbibliothek
Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse 2, Stiege 6 (Lift), 1. Stock, 1010 Wien

Programm

Im Rahmen der laufenden Ausstellung werden die von Adolph Lehmann ab 1859 herausgegebenen Wiener Adressbücher als spannende Forschungsquelle vorgestellt, die nicht nur Auskunft über die Einwohner der Stadt geben, sondern auch wichtige stadthistorische Veränderungen, die Entwicklung des öffentlichen Sektors, der Berufe und Branchen und die politischen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts widerspiegeln. Die Ausstellung zeigt neben dem "Lehmann" auch seine Vorläufer und Konkurrenten, internationale Vorbilder, frühe Stadtbeschreibungen und Reiseführer. "Die Wohnungen sämmtlicher Einwohner von Wien und dessen Umgebung [...] nachzuweisen" war das erklärte Ziel des Einwohnerverzeichnisses, das Dienstboten, Gewerbegehilfen, Tagelöhner und Nicht-Selbständige EinwohnerInnen der Stadt aber zugleich von Anfang an ausschloss. Auch ein Großteil der Wiener Frauen blieb vom Adressbuch unbeachtet, weil der Status des Haushaltsvorstandes entscheidendes Aufnahmekriterium war.

Protagonistinnen der Ersten Frauenbewegung initiierten deshalb 1903 ein Gegenprojekt zu Lehmanns' Wohnungsanzeiger, in dem Frauen ohne den Status des Haushaltsvorstandes bekanntlich keine Aufnahme fanden. Mit der Institutionalisierung eines alphabetischen Zettelkatalogs im Neuen Frauenklub wählten sie ein Speichermedium, das dem Inhalt und der Form nach eine Alternative zum edierten Adressbuch darstellte: Die Karteikarten enthielten Namen und Adressen von Frauen und konnten ausgetauscht und ergänzt werden, um der Unabgeschlossenheit der Information und dem Bedürfnis nach Aktualität gerecht zu werden. Die Zeithistorikerin Corinna Oesch analysiert in ihrem Vortrag Initiativen der Vernetzung in Frauenbewegungen vor und nach dem Ersten Weltkrieg.