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farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Buchpräsentation Wolfgang Straub: Die Netzwerke des Hans Weigel

Wolfgang Straub: Die Netzwerke des Hans Weigel. Sonderzahl 2016

Ort und Zeit

9. November 2016, 19 Uhr
Lesesaal der Wienbibliothek
Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse, Stiege 6, 1. Stock, 1010 Wien

Programm

  • Begrüßung: Marcel Atze, Leiter der Handschriftensammlung der Wienbibliothek
  • Wolfgang Straub im Gespräch mit Michael Rohrwasser
  • Lesung: Markus Hering
  • Anschließend Brot & Wein

Zum Buch

Der Kritiker, Schriftsteller, Nestroy-Bearbeiter und Molière-Übersetzer Weigel (1908–1991) ist heute wenig präsent. Einige erinnern sich an den Brecht-Boykott, andere an die "Ohrfeigen-Affäre" mit Käthe Dorsch 1956; in den Literaturgeschichten ist er als "Förderer der jungen Literatur" nach 1945 sowie als Gottseibeiuns der Bachmann-Forschung präsent. Diese erste wissenschaftlich fundierte Monografie zu Leben und Werk der umstrittenen Figur erfasst die vielfältigen Tätigkeiten und zeigt, auf welche Kontakte sich Weigels Rückkehr und schneller Erfolg stützen konnte.

Der Kabarettist und erfolgreiche Schlagertexter Hans Weigel floh im März 1938 in die Schweiz. Dass er bereits im September 1945 nach Wien zurückkehren konnte, war in Zeiten undurchdringlicher Demarkationslinien für jemand, der kein politischer Funktionär war, erstaunlich genug. Dass er sofort Arbeit hatte, dass sogleich zwei Bücher mit Exilwerken gedruckt wurden, dass im Jänner 1946 ein Theaterstück von ihm ein großer Erfolg wurde, ist umso bemerkenswerter. Wolfgang Straub widmet sich in seiner biographischen Studie der Frage nach den Voraussetzungen, Funktionsweisen und Netzwerken dieser erfolgreichen Remigration, die Weigel in einem Erinnerungstext als "Bilderbuch-Heimkehr" bezeichnete.

Straub arbeitet heraus, dass die Tätigkeit Weigels, der sich gerne als Einzelkämpfer inszenierte, vernetzter als bislang gesehen werden muss. Und er zeigt, wie Weigel zum zweifachen Renegaten wurde: in der allmählichen Abkehr vom Kommunismus hin zu einem scharfen Antikommunismus sowie der Abkehr vom Judentum. Beide Bewegungen waren keine Einzelaktionen, sie konnten breiten Konsens finden in der Nachkriegsgesellschaft.

Wolfgang Straub: Die Netzwerke des Hans Weigel
250 Seiten
Sonderzahl 2016
ISBN 978-3-85449463-8

Zu den Mitwirkenden

  • Wolfgang Straub, geboren 1968, Studium der Germanistik, Publizistik und Theaterwissenschaft in Salzburg und Wien. Literaturwissenschaftler und Lehrbeauftragter am Institut für Germanistik der Universität Wien.
  • Marcel Atze, geboren 1967, Studium des Bibliothekswesens in Tübingen und Stuttgart sowie der Germanistik, Literaturvermittlung und Volkskunde in Bamberg. Leiter der Handschriftensammlung der Wienbibliothek.
  • Michael Rohrwasser, geboren 1949, Literaturwissenschaftler und -kritiker, Professor für Neuere Deutsche Literatur am Institut für Germanistik der Universität Wien.
  • Markus Hering, geboren 1960, Theater-, Film- und Fernsehschauspieler, 1992-2011 Ensemblemitglied am Burgtheater.