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Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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"Ich möchte ich und viele sein". Der Hörspielautor und Sammler Franz Hiesel

Franz Hiesel: Handschriftlicher Entwurf zum Hörspiel "Reise nach Österreich", undatiert, ca.1960

Ort und Zeit

5. März 2009 bis 30. Oktober 2009
Katalogzimmer der Handschriftensammlung
Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 9 bis 18.30 Uhr, Freitag 9 bis 16.30 Uhr

Zur Präsentation

"Ich möchte ich und viele sein / es ist überheblich so zu denken / und doch, ich bliebe dann nicht ich allein, / ich könnt mich hundert-, tausendfach verschenken" (Franz Hiesel: Ich möchte…, 1951)

Franz Hiesel (1921–1996) absolvierte eine Drogistenlehre in Wien und wurde 1939 als Soldat eingezogen. Nach der Kriegsgefangenschaft kehrte er 1945 nach Wien zurück und begann neben seiner Tätigkeit als Straßenbahnschaffner und Kontrolleur zu schreiben. Neben Kurzgeschichten entstanden Theaterstücke und zahlreiche Hörspiele. Ab der Mitte der 1950er Jahre arbeitete Hiesel in den Städtischen Büchereien unter der Leitung von Rudolf Müller, der – gleichsam als praktische Literaturförderung – SchriftstellerInnen als BibliothekarInnen (unter anderen Christine Busta, Rudolf Felmayer, Gerhard Fritsch) beschäftigte. 1959 erhielt Hiesel für "Auf einem Maulwurfshügel" den Hörspielpreis der Kriegsblinden. Gemeinsam mit Gerhard Fritsch schrieb er 1960 die vielgespielte Hörspielserie "Die Reise nach Österreich". Im selben Jahr ging Hiesel nach Hamburg, wo er als Hörspieldramaturg des Norddeutschen Rundfunks (NDR) mit dem Dramaturgen und Hörspielexperten Heinz Schwitzke zusammenarbeitete. 1968 kehrte er nach Wien zurück und leitete von 1976 bis 1986 die Literaturabteilung des Österreichischen Rundfunks (ORF).

Hiesel hat ein umfangreiches Archiv zum Bereich des Hörspielgenres nach 1945 angelegt, das sowohl eigene Texte als auch Hörspielmanuskripte und Tondokumente von Ingeborg Bachmann, Gerhard Fritsch, Elfriede Jelinek und vielen anderen SchriftstellerInnen, Korrespondenzen mit HörspielautorInnen und RundfunkdramaturgInnen (vor allem Heinz Schwitzke) und eine thematisch einschlägige Bibliothek beinhaltet. Die Vitrinenschau im Lesesaal der Wienbibliothek zu Leben und Werk Franz Hiesels gibt nicht nur Auskunft über Hörspiel und akustische Literatur, sondern bietet auch einen Einblick in die Geschichte des Hörfunks. Darüber hinaus stellt sie Franz Hiesel als Sammler und Förderer für west- und osteuropäische Hörspielschaffende vor. Die Hörspiele Franz Hiesels und weiterer AutorInnen, wie Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker oder Gerhard Fritsch können im Rahmen der Ausstellung auch akustisch, in Form von Hörstationen, wiederentdeckt werden.

Zum Nachlass

Der Teilnachlass Franz Hiesel wurde von der Wienbibliothek im Rathaus im Jahr 2004 als Geschenk aus Familienbesitz übernommen und umfasst 46 Archivboxen. Die Audiosammlung von 1876 Tonbändern wurde der Österreichischen Mediathek übergeben. Beschreibung des Teilnachlasses Franz Hiesel.

Gestaltung

Direktorin: Sylvia Mattl-Wurm
Kuratorin: Christine Ehardt
Gestaltung: Markus Reuter
Restauratorische Betreuung: Johann Machacek, Gerhard Pirker
Öffentlichkeitsarbeit: Suzie Wong
Hörstationen: Wilhelm Fotter
Reproduktionen: Erwin Tiller