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farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Fünf in einem Buch. Werkner, Waske, Scheidl, Buchta, Adel

Aus dem Leporello Nr. 987/2009

Ort und Zeit

15. September bis 14. November 2011
Foyer der Wienbibliothek
Rathaus, Stiege 6, 1. Stock, 1082 Wien
Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 9 bis 18.30 Uhr, Freitag 9 bis 16.30 Uhr

Zur Ausstellung

Vier Künstler, die vornehmlich – oder zumindest als wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit und ihres Werks – "Künstler-Bücher" herstellen – präsentierten diese Arbeiten im September 2008 in einer Wiener Galerie. Ein Fünfter schrieb den Text für den Katalog. Von der Hauptsache, den Künstler-Büchern, abgesehen, ist daran noch nichts Ungewöhnliches. Aber danach, nach dieser Ausstellung, kamen alle 5 in Freundschaft darin überein, fortan unbefristet und neben den eigenen Tätigkeiten an gemeinsamen Leporellos zu arbeiten. Es sind handelsübliche, durchwegs 9x14 cm große Leporellos zu in je 30 Seiten gefalteten Papier-Bändern – d.h.: die Deckel nicht mitgerechnet, 270 cm lang; beidseitig mehr oder minder bedeckt mit der bildhaften Korrespondenz zwischen den 5 Beteiligten. Tatsächlich muss man eher von Korrespondenz sprechen als von Experimentier- oder Spiel-Anordnung: jeder erhält zu Beginn einen leeren Leporello und beginnt mit seinen Eintragungen; danach treten die Bücher in alphabetischer Reihenfolge der Teilnehmer eine mehrfache Rundreise an. Bis zum gemeinsam attestierten Fertigstellungsbescheid. Dazwischen füllen die unterschiedlichsten Interventionen den Raum: Annexe, Kommentare, Statements; darunter auch heftige Einmischungen oder Widersprüche. Die angewendeten Mittel: selten das Wort; dafür Stifte und Griffel, Federn und Kreiden, Tusche und Pinsel, aber auch so pragmatisch Banales wie Kugelschreiber, Kleister und Schere. Auch und sogar Abfall: Abfall als das, was abfällt, vom Tag und ohne abfällig zu sein; indizierender Rest, Knoten zur weiteren Anknüpfung, spontaner Einfall.

Es wird sich weisen, ob oder was daraus wird: "verworfen", "Verwerfung", "Wurf". Wer will ihn fangen? Ernste Spiele mit Anvertrauen: "Was du nicht willst, dass man dir tut…". 5 in 1 Buch; 5 in 1 Boot. Natürlich ist es auch Experimentieren, nicht zuletzt gegen den Strich der Erwartungen: Seit gut 200 Jahren gehört zum Kanon der Produktionsästhetik, dass Künstler/innen ihre eigenen Regeln aufzustellen haben. Daraus gibt es kein Entrinnen; der Kunstmarkt verlangt danach, und selbst ein Werbespruch unserer Tage formulierte es: "Lerne die Regeln, um sie zu brechen!" Im gemeinsamen Leporello-Projekt wird hingegen versuchsweise vorexerziert, dass ohne Verzicht auf individuelle Radikalität auch in den (bisweilen fast) bis zur Unkenntlichkeit vermischten persönlichen "Handschriften" ein ganz eigener ästhetischer "Mehrwert" erreicht wird, der nur in dieser Gemeinsamkeit erreicht werden kann.

Die Künstler

  • Martin Adel (geb. 1950 in Wien)
  • Wolfgang Buchta (geb. 1958 in Wien)
  • Roman Scheidl (geb. 1949 in Leopoldsdorf)
  • Felix Waske (geb. 1942 in Wien)
  • Turi Werkner (geb. 1948 in Innsbruck)
Fünf in einem Buch
Stapel der ausgestellten Leporellos
Aus dem Leporello Nr. 987/2009