Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Wien Geschichte Wiki

Wien Geschichte Wiki

Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Sie sind in:

Sie sind hier

Ausstellung Wolfgang Freitag: "Die Schattenorte von Wien"

Wolfgang Freitag: Wagenburg

Wien, 29. Oktober 2012. Obdachlosenheim. Schubhaft. Pathologie. Krematorium. Orte und Institutionen, die in vieler Munde sind, ohne dass man so ganz genau wüsste, was denn wirklich dort vorgeht. Denn es sind Orte und Institutionen der Ausgrenzung. Scheu oder auch Abscheu, die wir mit diesen Orten verbinden, lassen uns wegschauen – und erzeugen eine Aura des Mysteriösen, Geheimnisvollen, die unsere Fantasie befeuert. Jeder von uns verbindet Vorstellungen mit diesen Orten, entwickelt Bilder dafür. Dass diese Bilder, die sich so in unseren Köpfen festsetzen, mit der Wirklichkeit nicht viel gemein haben, wird niemanden wundern. Aber: Wir haben keine anderen. Wer – außer die Betroffenen selbst – hat schon je eine Notschlafstelle betreten, wer die Zelle eines Schubhaftzentrums? Und wer würde nicht wegschieben, was doch jedem von uns früher oder später bevorsteht – Krankheit und Tod?

Richtig, einerseits wollen wir das alles vielleicht gar nicht so genau wissen, aber andererseits reden wir doch ständig darüber: Worte wie Schubhaft, Asylanten, Obdachlosigkeit gehören längst zum täglichen politischen Diskurs vom Parlament bis zum Stammtisch, Krankheit und Tod beschäftigen jedes bessere Kaffeekränzchen. Die dazu passenden Orte freilich hat keiner je gesehen. Sie liegen im Schatten unserer Gesellschaft, dort, wo an die Stelle eines Befundes regelmäßig das Hörensagen tritt.

Die Fotoausstellung "Die Schattenorte von Wien" führt an diese Orte: an Orte, wohin wir delegieren, was uns in unserem Wohlbehagen stört, was uns peinlich, lästig, unangenehm ist: Armut, Verzweiflung, Gewalt, aber auch Teile unserer Geschichte oder – durchaus handgreiflich – der Mist, den wir Tag für Tag produzieren. Ziel ist es, weit verbreitete Mythen zu entmystifizieren und an ihre Stelle jene Eindringlichkeit zu setzen, die nur der Alltag für uns bereithält: sofern wir bereit sind, genau genug hinzusehen.

Zur Person

Wolfgang Freitag, Jahrgang 1958, geboren in Wien. Seit 1984 als Journalist tätig, unter anderem für die Wiener Tageszeitungen "Die Presse" und "Kurier" sowie die Monatszeitschrift "Die Bühne". Mitarbeit an Theaterprojekten, Film- und Videodokumentationen. Seit 1995 Redakteur des "Spectrums", der Wochenendfeuilleton-Beilage der "Presse". Seit 2000 fotografische Arbeiten, vor allem für das "Spectrum". Bücher: u. a. "Amadeus & Co – Mozart im Film", "Glück im Theater", zuletzt "Zu den Schattenorten von Wien“.

Ort und Zeit

30. Oktober 2012 bis 28. Februar 2013
Ausstellungskabinett der Wienbibliothek
Rathaus, Stiege 6, 1. Stock, 1082 Wien
Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 9 bis 18.30 Uhr, Freitag 9 bis 16.30 Uhr
Führungen nach Vereinbarung

Wolfgang Freitag: Notschlafstelle VinziRast
Wolfgang Freitag: Rinterzelt
Wolfgang Freitag: Pathologie
Wolfgang Freitag: Deponie Rautenweg