Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Veranstaltungen
Verschickte Kinder und die internationale Hilfe für Wien nach dem Zweiten Weltkrieg: „Ich weine jetzt nicht mehr“, schreibt die achtjährige Magda Engelmayr 1951 aus Antwerpen an ihre Mutter in Wien. Magda ist eines von etwa 100.000 Kindern, die nach dem Zweiten Weltkrieg zur Erholung in zahlreiche Länder Europas geschickt wurden.
Lesesaal
Wienbibliothek im Rathaus
Eingang Lichtenfelsgasse 2
Stiege 6, 1. Stock
1010 Wien
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.
Hier finden Sie den Link zum Livestream.
Begrüßung:
Anita Eichinger
Direktorin Wienbibliothek im Rathaus
Eröffnung:
Barbara Novak
Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin
Einführung:
Bernhard Hachleitner
Kurator
Werner Michael Schwarz
Kurator
Podium:
Drei Zeitzeug*innen im Gespräch mit Katrin Pilz, Kuratorin
Die Aufnahme der schwer unterernährten Kinder in tausenden Familien in halb Europa war Teil der zeitgenössisch als „gigantisch“ beschriebenen internationalen Hilfe für Wien. In Dänemark, Schweden, Norwegen, der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Portugal oder Spanien verbrachten sie Monate, Jahre – manche blieben sogar ihr ganzes Leben. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die ehemals „verschickten“ Kinder und ihre Erinnerungen, die anders als im öffentlichen Gedächtnis bis heute im Privaten intensiv gepflegt werden. Davon zeugen sorgsam aufbewahrte Fotos, Zeichnungen, Spielsachen, Reisekoffer, Briefe oder Tagebücher.
Sie berichten von Heimweh und Fremdheitserfahrungen, von Sprach-, Religions- und Kulturwechsel, aber auch von neuer Geborgenheit, langjährigen Bindungen und engen Freundschaften. Sie stellen traditionelle Konzepte von Familie, Herkunft und Zugehörigkeit in Frage und bieten Narrative, die direkt an der Komplexität einer diversen gegenwärtigen Stadtgesellschaft anknüpfen.
Die Ausstellung geht aus dem Forschungs- und Vermittlungsprojekt „Wienerbørn. Die internationale Hilfe für die Wiener Kinder nach 1945“ hervor, das im Rahmen des Calls „Zeitgemäße Formen des Erinnerns“ von der Stadt Wien Kultur gefördert wurde.
Beitragsbild:
Sujet der Ausstellung und Publikation (Grafik: Lisa Ifsits)