Das Wien der Jahrhundertwende gilt als literarischer und intellektueller Hub seiner Zeit. Von bekannten literarischen Verbindungen und Vereinen waren Frauen jedoch größtenteils ausgeschlossen. Weibliche Schriftstellerinnen und die Kreise, in denen sie sich bewegten, sind bislang weitgehend unerforscht. Durch die Digitalisierung von Archiven und Nachlässen sowie der Nutzung quantitativer Forschungsmethoden ergeben sich allerdings neue Möglichkeiten zur Untersuchung dieses Personenkreises. Gerade die Soziale Netzwerkanalyse bietet die Chance, über den bestehenden (begrenzten) weiblichen literarischen Kanon hinauszugehen und neue Personen und Gruppierungen zu ermitteln.
Das Masterarbeitsprojekt untersucht die Möglichkeiten der Nachverfolgung weiblicher literarischer Netzwerke mittels verschiedener historischer Daten, primär durch Korrespondenzen, aber auch Vereinsmitgliedschaften. Verschiedene Fallstudien sollen Einblicke in mögliche soziale Strukturen und Gruppen geben. Zudem werden die Soziale Netzwerkanalyse als Methodik in der (literatur-)geschichtlichen Forschung reflektiert sowie Möglichkeiten und Herausforderungen ihrer Anwendung in diesem Kontext aufgezeigt.