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Digitale Sammlungen
Entwurf von Otto Wagner zum Stadtmuseum
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
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Aktuelle Schließzeiten

Am 25. April sowie am 8., 15. und 16. Mai 2018 schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

Ausstellungen

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Objekt des Monats November 2013: Die englische Flagge als Klopapier

Klopapier mit der englischen Flagge - damit zeigten die Österreicher während des Ersten Weltkriegs, was sie von den Engländern hielten.

Einst wehte ich stolz am Maste hoch
Beherrschte die Seen und Meere keck
Da kam der 18. Feber jedoch
Und siehe da, ich lieg im ...

Fremdenhass als patriotische Tugend

Nach Kriegsbeginn 1914 sind Angehörige fremder Nationen auf der Straße oder in Straßenbahnwaggons vielfach Belästigungen, Beschimpfungen, ja sogar tätlichen Angriffen ausgesetzt, weil sie irrtümlich für Angehörige feindlicher Staaten gehalten werden. So werden in Wien Chinesen mit Japanern ("Alle Kineser san Japaner!" heißt die Formel in den "Letzten Tagen der Menschheit"), Nordamerikaner mit Engländern, Polen mit Russen verwechselt und attackiert. Zeitungen appellieren an die Bevölkerung, Zurückhaltung zu üben, auch wegen des Fremdenverkehrs. Gleichzeitig wird mobilisiert. Der Fremdenhass gibt sich als patriotische Tugend und wird auch offiziell gepflegt. Alte, wohlbekannte Geschäftsschilder werden entfernt. Es gibt in Wien keine "Stadt Belgrad" mehr und keine "Stadt Paris" und keine "Englische Flotte". In den Luxusgeschäften verschwinden Schilder wie "On parle français" und "English spoken".

"Gott strafe England"

"Gott strafe England!" – Der Gruß entsteht in den Schützengräben der Westfront. Bald ist er, aus dem Deutschen Reich kommend, auch in Wien verbreitet. Er soll etwa "Guten Tag" ersetzen, die Anredeform "Gott strafe England!" wird beantwortet mit "Er strafe es!" (Österreichische Volkszeitung, 25.2.1915). Um den Gruß populär zu machen, werden auch Schilder produziert. Das Objekt des Monats zeigt Klopapier mit der englischen Flagge. Damit wurde Engländern gezeigt, was die Österreicher von ihnen halten. Die deutsche Admiralität erklärte, dass vom 18. Februar 1915 an die Gewässer rings Großbritanniens und Irlands einschließlich des gesamten englischen Kanals als Kriegsgebiet behandelt würden. Jedes Schiff, auch solche mit neutraler Flagge, musste damit rechnen, versenkt zu werden.

Buchpräsentation und Ausstellungseröffnung

Am 14. November 2013, 18.30 Uhr wird im Wappensaal das Buch "Im Epizentrum des Zusammenbruchs" (Hrsg. v. Alfred Pfoser und Andreas Weigl ) präsentiert. Anschließend wird im Foyer der Wienbibliothek die Ausstellung "Wohin der Krieg führt. Wien im Ersten Weltkrieg 1914–1918" eröffnet.

Archiv der Objekte des Monats 2013