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Entwurf von Otto Wagner zum Stadtmuseum
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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
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Aktuelle Schließzeiten

Am 25. April sowie am 8., 15. und 16. Mai 2018 schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

Ausstellungen

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Objekt des Monats August 2012: Der zweyte Theil der Zauberflöte

Erstdruck des Klavierauszugs, Tranquillo Mollo, Wien [1798], 25 x 35 cm. Wienbibliothek, Musiksammlung, M-2608

Wenn sich heutzutage ein Film als besonderer Kassenschlager erweist, dauert es in der Regel nicht lange, ehe eine Fortsetzung erscheint. Diese Praxis ist jedoch keineswegs neu; schon im ausgehenden 18. Jahrhundert wurde sie auf dem Gebiet des deutschen Singspiels verbreitet geübt. Das prominenteste Beispiel ist wohl Mozarts "Zauberflöte", deren Erfolg den Librettisten des Werks, Emanuel Schikaneder (1751–1812), zu einer Fortführung der Handlung "inspirierte".

Viel wurde am Textbuch der "Zauberflöte" herumgemäkelt, doch sprechen für seine Qualität nicht nur die Aufführungszahlen, sondern auch der Umstand, dass kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe daranging eine Fortsetzung zu schreiben. Dass er sein "Sequel" nicht vollendete, liegt wohl vor allem daran, dass ihm Schikaneder mit seiner eigenen Fortsetzung zuvorkam. Darin versuchen die Königin der Nacht und Monostatos, im Verein mit neuen Verbündeten, die Hochzeit zwischen Tamino und Pamina zu vereiteln und Letztere zu entführen. Tamino und Papageno, der seine Familie wiedergefunden hat, werden auf Sarastros Geheiß neuen Prüfungen unterworfen. Nach verschiedenen Wirrnissen und Kämpfen siegen am Ende wiederum die Mächte des Lichts.

Schikaneder, der mit den Einkünften aus der "Zauberflöte" seine neue Heimstätte, das Theater an der Wien, erbauen ließ, konnte für das „Labyrinth“ nicht mehr auf den inzwischen verstorbenen Mozart zurückgreifen. Stattdessen wandte er sich an Peter von Winter, der 1796 mit seiner Oper "Das unterbrochene Opferfest" einen bemerkenswerten Erfolg errungen hatte. Die Uraufführung des "Labyrinths" fand am 12. Juni 1798 noch im alten Freihaustheater statt. Nach Fertigstellung des Theaters an der Wien (1801) übersiedelten sowohl die „Zauberflöte“ als auch das "Labyrinth" in das neue Haus. Dessen damaliger Haupteingang, das sogenannte Papagenotor in der heutigen Millöckergasse, ist übrigens mit den Figuren von Papageno und seinen jüngeren Geschwistern, also der Darstellung einer Szene aus dem "Labyrinth", bekrönt.

Wer das Werk auf der Bühne erleben möchte, hat nach langer Zeit heuer wieder die Gelegenheit dazu. Anlässlich des 200. Todestags von Schikaneder wurde es in das Programm der Salzburger Sommerfestspiele aufgenommen.

Archiv der Objekte des Monats 2012