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Am 25. April sowie am 8., 15. und 16. Mai 2018 schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. (Musik-)Handschriften und Nachlässe können deswegen nur bis 17 Uhr benützt werden. Für die restlichen Bestände werden Ersatzleseplätze zur Verfügung gestellt.

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Objekt des Monats März 2011: 150. Geburtstag von Bürgermeister Richard Weiskirchner

Karikatur "Bürgermeister-Garderobe" (Arbeiter-Zeitung, 15.11.1913)

Die Karikatur "Bürgermeister-Garderobe" (Arbeiter-Zeitung, 15.11.1913) ist eine Anspielung auf die vielen Rollen, in die der Christlichsoziale Richard Weiskirchner (1861-1926) als Bürgermeister – zumindest aus Sicht der Opposition – schlüpfte: als bewusst deutscher Österreicher (dargestellt durch die Attribute Hörnerhelm, Trinkhorn, Fellumhang und Lanze), als "Klerikaler" (im Prälatengewand), als Luegers Erbe (mit dessen Maske in der Hand) oder untertänig gegenüber dem Kaiserhaus.

Der am 24. März 1861 in Wien-Margareten geborene Verwaltungsjurist wurde unter Bürgermeister Karl Lueger zu dessen wichtigster Stütze bei der Umsetzung christlichsozialer Kommunalpolitik im Magistrat. Der Parteiführer lohnte seiner "rechten Hand" dessen loyale Unterstützung mit einer blitzartigen Karriere im Magistrat (Magistratsvizedirektor 1901, Magistratsdirektor 1903) sowie mit Mandaten im österreichischen Reichsrat (1897) und im niederösterreichischen Landtag (1898). Weitere Stationen seiner politischen Karriere waren Präsident des Abgeordnetenhauses (1907-1909), Handelsminister (1909-1911) und Bürgermeister von Wien (1912/13–1919). Als Stadtoberhaupt konnte er kaum etwas von seinen ursprünglichen Plänen wie den Bau von U-Bahnen und zusätzlichen Straßenbahnen, die Schaffung von Freizeit- und Erholungsarealen oder den Bau neuer Brücken umsetzen. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs brachte Mangel und Not über Wien. Die Möglichkeiten der kommunalen Verwaltung, gestaltend in die Versorgung der Stadt einzugreifen, blieben durch Zentralbewirtschaftung und unbedingte Priorität militärischer Interessen äußerst beschränkt.

In der Umbruchsphase 1918/19 musste der christlichsoziale Politiker die Wege der Kommunalpolitik vorsichtig zwischen Hardlinern in seiner eigenen Fraktion und den immer dominierender werdenden Sozialdemokraten ausbalancieren, bis er nach der Wahlniederlage im Mai 1919 das Amt an den Sozialdemokraten Jakob Reumann abtreten musste. Im Zeichen seiner Vermittlungsfähigkeiten standen auch die Aktivitäten Weiskirchners im Parlament der jungen Republik, dessen Mitglied er 1919 und dessen Vorsitzender (Nationalpräsident) er 1920 wurde. 1923 schied er aus der Politik und starb 1926 an den Folgen einer Arteriosklerose.

Literaturangabe

Objekt: Karikatur "Bürgermeister-Garderobe" (Arbeiter-Zeitung, 15.11.1913).
Aus: Konvolut von Zeitungsausschnitten aus Wiener Zeitungen mit Karikaturen des Bürgermeisters Dr. Richard Weiskirchner
74 Stück in Mappe, Druckschriftensammlung
Sign.: C 73765

Archiv der Objekte des Monats 2011