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22. Mai 2012, 19.00 Uhr

Ravagiana: Hermann Leopoldi und die neuen Medien
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Symposium vom 13. bis 15. Jänner 2011

Der literarische Transfer zwischen Großbritannien, Frankreich und dem deutschsprachigen Raum im Zeitalter der Weltliteratur (1770-1850)

Veranstaltet von der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien und der
Gesellschaft für Buchforschung in Österreich

13. Jänner, 18.00 Uhr: Campus der Universität Wien, Altes AKH, Aula, Spitalg. 2, Hof 1
14. und 15. Jänner, jeweils von 9.00 bis 17.30 Uhr: Wienbibliothek im Rathaus, Loos-Räume, Bartensteingasse 9, 1010 Wien
Detailliertes Programm als PDF herunterladen (1 MB)

Im letzten Drittel des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verdichteten sich die internationalen literarischen Kontakte und Transfers. Parallel zur Herausbildung von Nationalstaaten erwachte das Interesse an anderen Kulturen. Der internationale Austausch von Ideen intensivierte sich, Fremdsprachenunterricht, Import und Lektüre ausländischer Literatur, die Information durch Zeitungen und Zeitschriften setzte sich in immer breiteren Kreisen durch. Die verstärkte gegenseitige Kenntnisnahme brachte im Bereich der Literatur schließlich jene Offenheit für Impulse von außen hervor, die Kommentatoren vom Zeitalter der ‚Weltliteratur’ sprechen ließ. Dieses Interesse am Anderen, das schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts von einer nationalen Verengung der Perspektive abgelöst wurde, kann auch heute noch als vorbildlich für die Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen gelten.

Das Zeitalter der Weltliteratur wäre nicht angebrochen ohne eine entsprechende Infrastruktur im Bereich der Produktion und Distribution von Druckwerken. Das Symposion lenkt die Aufmerksamkeit auf die dem literarischen Transfer zugrunde liegenden Innovationen im Buchhandel; ferner auf die internationalen Vermittler und Vermittlungsinstanzen, insbesondere auf die Zeitschriften als Trägermedien von Literatur und kritischer Information; auf die Modalitäten der Produktion, die Form und Verbreitung von Übersetzungen; auf die Bestände von Bibliotheken als Produkte des literarischen Transfers sowie auf einzelne Rezipienten, die in autobiographischen Quellen Aufzeichnungen über ihre Lektüre hinterlassen haben, also auf die Lesergeschichte. Ebenso wichtig sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen des literarischen Transfers, etwa die legistischen Regulierungen der Buchproduktion und -distribution (Zensur und andere Beschränkungen, aber auch fördernde Maßnahmen), das Urheberrecht und insbesondere die Regelungen bezüglich Übersetzungen und ihre Auswirkungen.