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"Ravagiana"
Hermann Leopoldi und die neuen Medien

22. Mai 2012, 19.00 Uhr
Wienbibliothek im Rathaus, Lesesaal
Eingang Lichtenfelsgasse 2, Stg. 6 (Lift), 1. Stock

Programm

Mit Christoph Lind & Georg Traska

Hermann Leopoldis Biografie und Karriere wurde nicht nur von den politischen Katastrophen seiner Zeit, sondern auch von den massenmedialen Umwälzungen geprägt. Viele seiner Lieder spiegeln das thematisch und in ihrer musikalischen Struktur wieder. "Die schöne Adrienne hat eine Hochantenne" begeht das Radiozeitalter mit frivolen Überlegungen zum guten Empfang und "Ravagiana" beginnt einen ganzen Tag Radioberichterstattung mit dem amtlichen Wetterbericht. Sie reflektieren jenes Medium, in dem Leopoldi – der Klavierhumorist und Meister des Zwischenkriegskabaretts und -varietés – zu einem populären Star neuen Zuschnitts wurde. Der "Tonfilm" besingt den Übergang und die damit verbundenen Verluste in der Filmkultur. Die sprachlich wie musikalisch beschleunigte Schnitttechnik der Potpourris von Leopoldi und seinen genialen Textdichtern nimmt Anleihen bei den neuen Medien und ihrer Echtzeitbindung. Wie viel verdankt auch der neue Wiener "Schlager" den neuen Massenmedien? In die historische Erzählung, die großzügig aus dem bisher unveröffentlichten Nachlass schöpft, werden zahlreiche, teilweise wenig bekannte historische Aufnahmen Hermann Leopoldis eingewoben.
Mit Publikumssingen!

Eintritt frei!
Musikspende an den Verein der Freunde der Wienbibliothek erbeten.