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Schreiben für den Fortschritt - Die Feuilletons der Arbeiter-Zeitung

Photo: AZ-Chefredakteur Friedrich Austerlitz bei einer Rede

24. März 2010

Eröffnung der Ausstellung
Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus
Eingang Lichtenfelsgasse
Stiege 6 (Lift), 1. Stock, 1010 Wien
Beginn: 19.00 Uhr
Begrüßung: Sylvia Mattl-Wurm (Wienbibliothek im Rathaus)
Eröffnung: Hilde Hawlicek (Gesellschaft für Kulturpolitik)
Zur Ausstellung und Lesung: Bernhard Seyringer (Gesellschaft für Kulturpolitik)

Dauer der Ausstellung
25. März 2010 - 14. Mai 2010
Öffnungszeiten: Mo-Do 9-18.30 Uhr, Fr 9-16.30 Uhr
Eintritt frei!


Die Ausstellung fokussiert die Kunst- und Kulturkritik der Arbeiter-Zeitung und beleuchtet dabei wie beiläufig, die Geistes- und Kulturgeschichte Österreichs von Beginn des 20 Jahrhunderts bis zum Bürgerkrieg 1934. Aufstieg und Etablierung der Arbeiterbewegung, sind dabei ebenso Thema wie die großen Kulturkämpfe des Endes der Monarchie sowie der Ersten Republik, bei denen die Arbeiter-Zeitung meist die Rolle des Verteidigers der Avantgarden, des Neuen und Progressiven über hatte. Die Arbeiter-Zeitung (AZ) nahm vor allem in der I. Republik eine einzigartige Position, in der Entwicklung von Filmkritik, der Qualität der Fortsetzungsromane sowie der Auseinandersetzung mit Moderner Musik ein. Fritz Rosenfelds Filmkritik ist die erste, in regelmäßiger Form erscheinende Auseinandersetzung mit Film und der Kinoindustrie. Mit "Die Welt des Films" etablierte er eine eigene Rubrik, die sich nicht nur mit den neuerscheinenden Kinofilmen auseinandersetzte, sondern die sich generell mit der Filmindustrie beschäftigte und versuchte, die Filme aus einem proletarischen Nützlichkeitsaspekt heraus zu kritisieren. Vor allem in der Ersten Republik waren ideologisch motivierte Auseinandersetzungen mit der so genannten bürgerlichen Presse über Filme – insbesondere Antikriegsfilme oder das sowjetische Kino – wesentlicher Teil einer sich politisch verstehenden Filmkritik.
Die Musik- und Theaterkritik wurde von Engelbert Pernerstorfer und David Joseph Bach entscheidend geprägt und zu einem Ort offener, interessanter und vor allem intelligenter Auseinandersetzung mit modernem Theater und zeitgenössischer Musik weiterentwickelt. Auch die Literaturvermittlung nahm einen gewichtigen Platz ein. Sie wurde geprägt von großen Namen wie Ernst Fischer, Jura Soyfer sowie den Arbeiterdichtern, Petzold, Kramer und Oskar Maria Graf. Die Fortsetzungsromane in der Arbeiter-Zeitung spiegeln den Anspruch des Mediums als Volksbildungsinstrument wieder. So findet sich hier Weltliteratur wie zum Beispiel von Victor Hugo, Upton Sinclair, Jack London oder Joseph Roth.