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Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Lesespuren – Spurenlesen oder: Wie kommt die Handschrift ins Buch?

Lesespuren – Spurenlesen oder: Wie kommt die Handschrift ins Buch? Eine Ausstellung der Wienbibliothek.

Ort und Zeit

29. September 2011 bis 29. Februar 2012
Ausstellungskabinett der Wienbibliothek
Rathaus, Stiege 6, 1. Stock, 1082 Wien
Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 9 bis 18.30 Uhr, Freitag 9 bis 16.30 Uhr

Zur Ausstellung

Ästheten, Sammler, Antiquare und Bibliothekare zeigen sich entsetzt oder hoch erfreut: Handschriftliche Eintragungen in Büchern versehen ihr "Objekt der Begierde" mit einem Makel oder werten es ungemein auf, je nachdem, wer darin "Hand angelegt" hat und was sich daraus lesen lässt. Von den vielen Wegen, auf denen die Handschrift ins Buch kommt, handelt die Ausstellung "Lesespuren – Spurenlesen oder Wie kommt die Handschrift ins Buch?".

Nachgezeichnet werden vor allem jene Wege, die in brisanter Weise verdeutlichen, daß der scheinbar so abgelegene Aspekt der Lesespuren aus kulturhistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive eine besondere Kunst des Spurenlesens verlangt. Welche Signale setzt der Schriftsteller Franz Innerhofer mit seinen Anstreichungen, wenn er den berühmten "Brief an den Vater" von Franz Kafka liest? Was korrigiert Franz Werfel in seinem expressionistischen Drama "Der Spiegelmensch"? Wie sind die Annotationen von Joseph Franz von Jacquin in seinem "Lehrbuch der allgemeinen und medicinischen Chymie" zu deuten? Was bezweckte Marcel Prawy, als er in mehreren Wagner-Monographien – auch in der eigenen – fast jedes gedruckte Wort unterstrich? Wo fand Gustav Mahler noch Platz, um in einem Beethoven-Druck dessen 9. Symphonie neu zu instrumentieren? Und was eigentlich könnte Marilyn Monroe an den von handschriftlichen Kommentaren und eigenhändigen Skizzen überquellenden Regiebüchern Max Reinhardts interessiert haben? Solche und andere Fragen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, etwa auch in bezug auf Themen wie Theater oder Zensur. Gezeigt werden darüber hinaus unbekannte Handexemplare von Erich Fried, Peter Handke, Ernst Jandl, Karl Kraus oder Peter Weiss. Alles beginnt jedoch mit einem Jubilar: ein annotierter Druck aus dem Jahr 1511, der heuer 500 Jahre alt wird.

Publikation zur Ausstellung

Lesespuren - Spurenlesen oder Wie kommt die Handschrift ins Buch? Von sprechenden und stummen Annotationen.
Herausgegeben von Marcel Atze und Volker Kaukoreit
455 Seiten, 237 Abbildungen, EUR 44,90
Praesens 2011 (= Sichtungen 12/13)
978-3-7069-0664-7

Eine Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus in Kooperation mit dem Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die Heiligen Schriften des AT und NT. Wien: Britische und Ausländische Bibelgesellschaft 1950. Arbeitsexemplar von Jeannie Ebner. WBR, HS
Elias Canetti: Die Blendung. Roman. Wien, Leipzig, Zürich: Reichner 1936. Lesungsexemplar mit Besitzeintrag Canettis. WBR, HS
Johann Wolfgang von Goethe: Stella. Ein Trauerspiel. Leipzig: Reclam o. J. (= Reclams Universal-Bibliothek 104). Durchschossenes Exemplar, Regiebuch von Max Reinhardt. WBR, HS
Johann Nestroy: Einen Jux will er sich machen. Posse mit Gesang in vier Aufzügen. Musik von Herrn Kapellmeister Adolph Müller. Wien: J. B. Wallishausser 1844. WBR
Bernard Shaw: Zu viel Geld. Eine ungezogene Komödie in vier Akten. Zürich: Artemis 1948. Arbeitsexemplar und Regiebuch von Berthold Viertel. WBR, HS
Lesespuren – Spurenlesen Wie kommt die Handschrift ins Buch? Von Unterstreichungen, Annotationen und anderen Randbemerkungen. Praesens 2011