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Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Lehmanns Adressbücher 1859-1942. Eine Wandzeitung im Atelier Steinbrener/Dempf

die Auslage des Ateliers Steinbrener & Dempf

Ort und Zeit

10. Mai bis 24. Juni 2011
Atelier Steinbrener/Dempf
Ecke Rotensterngasse/Glockengasse 6, 1020 Wien

Zur Wandzeitung

Das Wandzeitungsprojekt in der Auslage des Ateliers Steinbrener/Dempf fokussiert die derzeit laufende Ausstellung der Wienbibliothek im Rathaus "Die Vermessung Wiens" sowie deren großes "Lehmann Online-Projekt" auf die Straßenzüge Rotensterngasse / Glockengasse im 2. Bezirk.

"Lehmann's Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger" startete über die Initiative einer Einzelperson, Adolph Lehmann, im Jahr 1859. Er entwickelte die Idee eines Adressbuches für Wien – in anderen Städten waren Adressbücher längst etabliert - mit Hilfe der Wiener Polizeidirektion. Von 1859 bis 1942 sollte "der Lehmann" regelmäßig erscheinen. Das Wiener Adressbuch entwickelte sich rasch zu einem Auskunftsorgan über Wien, in dem Daten über Haushaltsvorstände, Branchen, Straßennamen und später auch Häuserverzeichnisse zu finden waren; von der Aufnahme in den "Lehmann" ausgeschlossen blieben über die Jahrzehnte Tagelöhner, Gewerbegehilfen, Dienstboten, später auch Nicht-Selbständige, was allerdings nicht näher definiert wurde.

Analysiert man die Adressbücher über Dekaden hinweg, geben sie neben den Namensverzeichnissen jede Menge anderer Auskünfte zu Wien und seinen Einwohnern, zu wichtigen stadthistorischen Veränderungen etwa, zu Häusernummerierungen und Straßen(um)benennungen, zu vielfältigen Branchen und heute ausgestorbenen Berufen. Der an Quantität und Qualität stetig zunehmende "Lehmann" wurde zu einer Art "Basisbuch" der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immens wachsenden Stadt, zum Spiegel der Stadterweiterungen, zum Kaleidoskop der wirtschaftlichen Prosperität und der neuen organisatorischen und technischen Erfindungen – so finden sich neben den Namen auch Angaben zu Girokonten oder zum Telefonanschluss wie Informationen zum Öffentlichen Verkehr. Schließlich wurde er auch zum Abbild der kulturellen und sportlichen Infrastruktur in der Stadt. Der spätestens um die Jahrhundertwende zur Wiener Institution gewordene "Lehmann" geriet weder durch den Ersten Weltkrieg und den Zusammenbruch der Monarchie, noch durch die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre ins Wanken und wurde von den Nationalsozialisten fortgeführt und genutzt. Für die Periode 1938 bis 1942 spiegeln die Adressbücher die Folgen der Arisierungen in Wien sowie die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus den einzelnen Berufen, Gewerben und Häusern wider. Erst der "Totale Krieg" stoppte das Unternehmen: 1942 erschien der "Lehmann" zum letzten Mal.

1948/49 setzte der Wiener Adressenverlag Herold den "Lehmann" als "Herold Adressbuch von Wien. früher Lehmann" fort.

Weitere Informationen zum Wandzeitungsprojekt des Atelier Steinbrener/Dempf.