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Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Grenzpegel. Kreativität und Kontroverse: Migrantische Musikszenen

Tanzfläche im Club Homoriental

Ort und Zeit

12. November 2010 bis 14. Jänner 2011
Wienbibliothek, Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse 2, Stiege 6 (Lift), 1. Stock, 1010 Wien

Zur Ausstellung

Wien als Hotspot für Elektromusik und populäre Balkansounds sowie die Rolle des migrantischen Musikschaffens ist Schwerpunkt der Ausstellung "Grenzpegel. Kreativität und Kontroversen migrantischer Musikszenen", die von Ruby Sircar und Fatih Aydoğdu kuratiert wurde.

Ab Anfang der 1990er Jahre wurden in Wien unter den Begriffen "Vienna Electronica" und "Balkanfever" zwei musikalische Stilrichtungen geprägt, die die dominante Erzählung der "Musikstadt Wien" mit neuen Inhalten, sprich neuer Musik gefüllt hat. "Vienna Electronica" wurde zu einem (In-)Begriff für elektronische Musik: eine Gruppe von MusikerInnen setzte neue Technologien (Musikcomputer, Sampler, Harddisc-Recording-Systems, Software-Synthisysers, Timemaschinen usw.) in "Heim-Studios" für ihre Musikproduktionen ein. Es bildete sich vor Ort eine eigenständige Clubkultur mit lokalen DJs, MusikerInnen, Veranstaltungslokalen, Musikfestivals etc. heraus. Im Mittelpunkt der medialen Aufmerksamkeit bei "Vienna Electronica" stand der "Downbeat", der von Musikern und Gruppen wie Kruder und Dorfmeister, Erdem Tunakan & Patrick Pulsinger, dZihan und Kamien, Sofa Surfers, Tosca entscheidend geprägt wurde.

Wiener Balkanmusik als Exportschlager in Belgrad, Zagreb und Istanbul

"Balkanmusik" wurde in Wien im neuen Jahrtausend nach den Erfolgen von Kusturica und Goran Bregović zunehmend populär. Diese Musikrichtung ist nicht stilistisch geprägt, sondern gesampletes oder gespieltes, zum Teil traditionelles Material, das mit House, Trip-Hop, Hip-Hop, Funk, Dubstep oder Drum & Bass gekreuzt und zu tanzbarer Beat-Musik verarbeitet wird. Hier spielt – im Unterschied zur "Vienna Electronica" – die Herkunft der MusikerInnen eine nicht unbedeutende Rolle – nicht zuletzt durch den Verweis auf den "Balkan". Obwohl die ProtagonistInnen dieser Szene zumeist migrantische Wurzeln haben, ist ihre Musik keineswegs als ein Replikat der eigenen Musiktradition und ihrer Nutzung vom eigenen Kulturkreis aus zu betrachten, sondern weist vielmehr auf eine eigene soziale Dynamik hin. Anfangs wurde sie eher von migrantischen Jugendlichen aufgenommen, aber inzwischen locken diese Art von Veranstaltungen ein breites Publikum an und haben kommerziellen Erfolg. Dazu zählen Gruppen und DJ's wie Shantel, N.O.H.A, Nicodemus, oder die in Wien produzierende Musiker wie delaDap, dZihan & Kamien, Dunkelbunt, Coup de Bam, Karuan, Çay Taylan, Veranstaltungsorte wie der Ostklub und Veranstaltungen wie Homoriental. Auch Stile wie der sogenannte "Turk- und Yugo-Pop" gehören dazu. Medial unterstützt wird dies auch durch die Wiener TV-Station "OKTO" oder durch Radio Orange und zum Teil vom öffentlich-rechtlichen Radiosender FM4. Inzwischen haben sich die Produktionsstätten, Aufführungsorte und das Netzwerk dieser Musik in Richtung Osteuropa erweitert und mit vielen westeuropäischen MusikproduzentInnen gekreuzt. Die türkische Metropole Istanbul gilt als einer der zentralen Produktionsorte.

Historische Timeline

Weiters wird anhand einer Timeline das Zusammenwirken von politischen Maßnahmen und Verschärfungen der Einreisebedingungen einerseits und die Kommerzialisierung von Weltmusik andererseits dokumentiert. Die gesetzlichen Hürden für MusikerInnen aus Drittstaaten wird auch für gefeierte Stars immer höher.

Die wienbezogenen Materialien werden nach Ende der Ausstellung Eingang in die Sammlungen der Wienbibliothek finden.

Veranstaltungen

Die Ausstellung GRENZPEGEL ist Teil des Gesamtprojekts VIEL GLÜCK! MIGRATION HEUTE. WIEN, BELGRAD, ZAGREB, ISTANBUL.

Die Initiative Minderheiten, die Akademie der bildenden Künste Wien, die zeitschrift juridicum, die ERSTE Stiftung und die Wienbibliothek im Rathaus laden herzlich zu folgenden Veranstaltungen ein:

Ausstellung LIVING ACROSS. Spaces of Migration
Eröffnung: 4. November 2010, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 5. November bis 5. Dezember 2010
Ort: xhibit, Akademie der bildenden Künste Wien
Schillerplatz 3, 1. Stock, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Di–So 10.00–18.00 Uhr

Buchpräsentation Viel Glück! Migration Heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul und Podiumsdiskussion
EUROPA GIBT VOR: KEIN RECHT AUF MIGRATION
Nationale Steuerungen vs. europaweite Harmonisierung im Migrationsrecht
16. November 2010, 18.30 Uhr
Ort: Juridicum, Dachgeschoß
Schottenbastei 10–16, 1010 Wien

KuratorInnen-Führung durch die Ausstellung "Grenzpegel"
Ort: Wienbibliothek im Rathaus
13. Jänner 2011, 18.30 Uhr
Eingang Lichtenfelsgasse 2
Stiege 6, 1. Stock, 1010 Wien

Sponsoren

ERSTE Stiftung, bm:ukk, european cultural foundation Bundesministerium für Frauen und öffentlicher Dienst, Bundesministerium für europäische und auswärtige Angelegenheiten, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Frauenabteilung der Stadt Wien, Wien Kultur, Arbeiterkammer Wien, Wirtschaftskammer Österreich, Wirtschaftskammer Wien, Stadtimpuls, Österreichische Lotterien, Bezirksvorstehung Mariahilf

KooperationspartnerInnen

ERSTE Stiftung, Akademie der bildenden Künste Wien, Wienbibliothek im Rathaus, zeitschrift juridikum, Mandelbaum Verlag, Okto, Peregrina, Universität Wien, IWK, Büchereien Wien, Queer Zagreb, Center for peace studies, Goethe Institut Kroatien, gangart, Volkshochschule Meidling
Die ERSTE Stiftung ist Hauptpartnerin des Projekts VIEL GLÜCK! Migration Heute