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Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Wien Geschichte Wiki

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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Werner Michael Schwarz
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Aktuelle Schließzeiten

Vom 27. bis 29. Dezember ist keine Benützung der Handschriften und Musikhandschriften möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

Vom 2. bis 5. Jänner ist die Benützung der Handschriften und Musikhandschriften bis 15:30 Uhr möglich. Alle übrigen Bestände sind bis zum regulären Leseschluss benutzbar.

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Chi vive amante... Ich weiß, dass derjenige, der als Liebhaber lebt, verrückt ist

Gerhard Vitek, Direktor des Mozarthauses, Sylvia Mattl-Wurm, Direktorin der Wienbibliothek, Thomas Aigner, Leiter der Musiksammlung. Foto: Presse- und Informationsdienst

Ort und Zeit

23. Jänner bis 4. Oktober 2009
Mozarthaus Vienna, Domgasse 5, 1010 Wien
Sonderausstellung im 2. Stock

Zur Ausstellung

Zentrales Exponat der Ausstellung im Mozarthaus, die in Zusammenarbeit mit der Wienbibliothek im Rathaus präsentiert wird, ist die autographe Partitur-Reinschrift der Arie "Chi vive amante", die Joseph Haydn für die Aufführung der Oper "Alessandro nell’Indie" von Francesco Bianchi als Einlage für die Aufführung auf Schloss Eszterháza 1787 komponiert hat. Diese Arie entstand im gleichen Jahr wie Mozarts "Don Giovanni". Begleitet wird das Notenautograph von Verzeichnissen und Libretti, die den historischen Kontext zu anderen Opern dieser Zeit verdeutlichen. Das der Oper zu Grunde liegende Libretto des damaligen Wiener Hofdichters Pietro Metastasio wurde außer von Bianchi auch von vielen anderen Komponisten vertont. Stellvertretend dafür werden drei gedruckte Libretti dieses Stoffs ausgestellt, die sich auf die Vertonungen von Baldassare Galuppi (1752), Leonardo Vinci (1783) und einer Komponistengemeinschaft (1773) beziehen.

Angesprochen wird auch der historische Kontext der Haydn-Arie. Präsentiert werden Opern von anderen Meistern, die sämtlich in einem engen Zeitraum rund um besagtes Fragment in Wien entstanden sind. Hier ist natürlich an erster Stelle Mozarts "Don Giovanni" zu nennen, der durch ein Faksimile der eigenhändigen Partitur vertreten sein wird. Von Antonio Salieri, der zur genannten Zeit gerade von Paris nach Wien zurückkehrte, wird eine zeitgenössische Partitur-Abschrift von "Axur, re d’Ormus" ("Axur, König von Ormus") ausgestellt; diese Oper ist eine Adaption der französischen Urfassung unter dem Titel "Tarare" für die Wiener Hofbühne. Es handelt sich um die vielleicht bedeutendste Opernkomposition Salieris. Vicente Martín y Soler, bekannt durch das Zitat aus "Una cosa rara" in Mozarts "Don Giovanni", brachte 1787 seine Oper "L’arbore di Diana" heraus. Zu sehen sein werden Druckausgaben des Klavierauszugs der Ouvertüre und einer Serie von zwölf Deutschen Tänzen aus diesem Werk.

Ein weiterer Aspekt ist die Rezeption der im Zentrum dieser Ausstellung stehenden Arie. Sie wurde bisher drei Mal in wissenschaftlich-kritischen Editionen herausgegeben - erstmals 1937 vom damaligen Musikreferenten der Städtischen Sammlungen (der Vorgänger-Institution der heutigen Wienbibliothek im Rathaus), dann 1961 vom berühmten Haydn-Forscher H. C. Robbins Landon und schließlich 2000 von Robert von Zahn im Rahmen der Haydn-Gesamtausgabe. Alle drei Editionen werden in der Ausstellung vertreten sein und den über die Jahre angesammelten Wissenszuwachs betreffend dieses Musikstück dokumentieren. Sämtliche Exponate stammen aus dem Bestand der Wienbibliothek im Rathaus. Ergänzende Texte erläutern den Ausstellungsbesuchern die wissenswerten Zusammenhänge.