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Nachlass Hermann Leopoldi
Ein halbes Jahrhundert nach dem Tod von Hermann Leopoldi, dem legendären Komponisten, Sänger, Pianisten und – wie er sich selbst nannte - „Liedhumoristen“, übernimmt die Wienbibliothek im Rathaus dessen Nachlass aus dem Besitz seines Sohnes, Ronald Leopoldi.
Leopoldi erlangte nicht nur in Wien und durch seine Tourneen in Europa vor dem Zweiten Weltkrieg große Berühmtheit, sondern setzte seine Karriere auch nach der erzwungenen Emigration in die USA als überaus erfolgreicher Musiker fort, der seine Lieder in englischer Übersetzung in den großen Konzerthäusern – etwa New Yorks - zum Besten gab. 1947 kehrten Leopoldi und seine Lebensgefährtin Helly Möslein nach Wien zurück.
Sowohl für die Handschriftensammlung, als auch für die Musiksammlung der Wienbibliothek ist dieser Nachlass von großer kulturgeschichtlicher Relevanz. Der Bestand umfasst u. a. umfangreiche Korrespondenzen von Hermann Leopoldi und Helly Möslein sowie Schriftverkehr mit Verlagen und Medien, weiters Noten, Konzertprogramme, Fotos, Zeitungsausschnitte, Lebensdokumente und Tourneepläne.
Dieser bemerkenswerte Bestand ist ein Geschenk Ronald Leopoldis an die Stadt Wien. Zwei Wissenschaftler werden in den kommenden eineinhalb Jahren den Nachlass aufarbeiten und digitalisieren. Geplant sind außerdem eine Notenpublikation der Lieder, sowie eine umfassende Biografie Leopoldis. Thematische Liederabende sollen einen Schwerpunkt auf die weniger bekannten und politischen Werke legen.




