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Digitale Sammlungen
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22. Mai 2012, 19.00 Uhr

Ravagiana: Hermann Leopoldi und die neuen Medien
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für (Musik)handschriften am 22. Mai 2012
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Am 25. Mai 1862 starb Johann Nepomuk Nestroy in Graz.
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Sammlung Fritz Brügel

Photo Fritz Brügel

In Ergänzung zum Teilnachlass Fritz Brügel (ZPH 1242) hat die Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus im Juli 2010 die Sammlung Fritz Brügel (ZPH 1495) erworben. Die Neuerwerbung dokumentiert das Exil in der Provence in den Jahren 1938 und 1939 vor der Flucht Brügels und seiner Frau Vera Dubska nach London 1940/1941. Dieser Emigration nach Frankreich war im Februar 1934 eine erste Emigration in die Tschechoslowakei vorausgegangen; in diesem Fall führte der Weg von Wien nach Prag, wo Brügel im Exil-Verlag „Der Kampf“ veröffentlichte. Brügel war Historiker, Schriftsteller und Journalist, er leitete 1922 bis 1934 die Sozialwissenschaftliche Studienbibliothek der Arbeiterkammer Wien und begründete 1933 die Vereinigung sozialistischer Schriftsteller zusammen mit Josef Luitpold, Theodor Kramer, Rudolf Brunngraber und anderen. In seiner Wiener Zeit engagierte sich Brügel auch in der Arbeiterbildung und leistete rege Aufklärungsarbeit nicht zuletzt zu den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten 1933. Im Jahre 1935 wurde Brügel die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt – eine Maßnahme, die zur Annahme der tschechischen Staatsbürgerschaft und letztendlich zum Bruch mit Österreich führen sollte. Der 1897 in Wien geborenen Brügel verstarb 1955 in seinem letzten Zufluchtsort London, nach einem zweiten Exilaufenthalt in der Tschechoslowakei 1945 bis 1949.

Die von der Wienbibliothek erworbene Sammlung Fritz Brügel umfasst drei handschriftliche Briefe, darunter zwei Briefe an Moritz Robinson (Chefredakteur der Sozialdemokratischen Zeitung Arbeiterwille, Graz) sowie ein Korrespondenzstück an dessen Tochter Mary; beiderlei Korrespondenzen enthalten Werke, wobei insbesondere die Briefe an Moritz Robinson die schriftstellerische Tätigkeit Brügels – vor allem als Romanautor – dokumentieren. Dem Brief an die 15jährige Mary Robinson ist ein Werk des Horaz beigelegt, das Brügel nach eigener Auskunft zeitlebens begleitete: „Das Exemplar, das ich Dir gebe, habe ich im Weltkrieg, in der Revolution, in der friedlichen Zeit der österreichischen Republik und (wie kann ich das vergessen!) in der Emigration fast täglich bei mir getragen. In schlechten Zeiten hat es mich gestärkt, in guten erfreut. Vielleicht wird es auch Dir so gute Dienste erweisen wie mir; wobei ich Dir wünsche, es möchten die guten Zeiten in Deinem Leben überwiegen.“ Die Sammlung Fritz Brügel umfasst darüber hinaus auch Bildmaterial.

Archiv der Neuerwerbungen