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Marcel Prawy: Neues aus dem Nachlass
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Louis Treumann (1872–1943) als Graf Danilo in „Die lustige Witwe“
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Teilnachlass Louis Treumann

Die Handschriftensammlung der Wienbibliothek im Rathaus hat im Mai 2011 einen Teilnachlass von Louis Treumann erworben (ZPH 1519). Die Neuerwerbung dokumentiert das bewegte Leben des seinerzeit berühmten Schauspielers und Sängers, der im Jahre 1872 in Wien geborenen wurde und aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammte. Die eigentliche Karriere nahm im Jahre 1899 ihren Lauf, als ihn Franz Jauner an das Leopoldstädter Carl-Theater holte, hier nämlich feierte Treumann seinen ersten größeren Erfolg in der Rolle des Pfefferkorn in der Operette Der Rastelbinder (1902). Damit begann eine langjährige Verbindung zum Starkomponisten Franz Léhar: Treumann wird heute noch mit der Figur des Danilo in der Lustigen Witwe (1905) assoziiert – eine Rolle, die er sowohl auf der Bühne als auch im Film (1927) verkörperte. Eine Taschenpartitur aus dem Jahre 1938 zierte noch immer sein Portrait, und ein Exemplar jener Jubiläumsausgabe wurde dem Operettenliebhaber Adolf Hitler gar von Léhar persönlich zugeignet. Dies verhinderte nicht, dass Treumann vier Jahre später nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er im Alter von 70 Jahren zu Tode kam, kurz nachdem auch seine Ehefrau Stephanie ermordet worden war.

Die Neuerwerbung Louis Treumann umfasst vier Archivboxen und enthält vor allem Korrespondenzen. Hinzu kommen zahlreiche Lebensdokumente, unter anderem rund 800 Fotographien, die Einblick in das berufliche wie private Leben geben: Treumann war nicht nur ein schillernder Bühnestar, er war auch Freund, Ehemann und Vater. Der Briefbestand dokumentiert den Schriftwechsel mit über 300 Korrespondenzpartnern, darunter Wilhelm Karczag, Victor Léon und natürlich Franz Léhar. Insgesamt ergänzt der Teilnachlass Louis Treumann bereits vorhandenes Material bestens, insbesondere im Hinblick auf das Privatleben gewährt der Bestand Einblick in bislang Unbekanntes.

Archiv der Neuerwerbungen