Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet
Neuer Scanner für Benützer/innen

und Änderungen der Reproduktionsgebühren
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Ausstellung

Marcel Prawy: Neues aus dem Nachlass
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Objekt des Monats

Louis Treumann (1872–1943) als Graf Danilo in „Die lustige Witwe“
Weiter zum Objekt des Monats

W-Lan in der Bibliothek

Login und Passwort beim Infoschalter!
Weiter zur Information über W-LAN

Wienbibliothek auf Facebook
Sie sind in:

Neuerwerbungen

Waffenstillstandsabkommen 1532

"Verteuschte Capitulation des Anstanndts" - das gedruckte Waffenstillstandsabkommen von 1532

Der Tod König Ludwigs II. von Ungarn in der Schlacht von Mohács (1526) hatte eine Doppelwahl um die ungarischen Königskrone zur Folge, die schnell in blutige Auseinandersetzungen mündete. Der Habsburger Ferdinand I. konnte sich dabei der Unterstützung seines Bruders, Kaiser Karls V., sicher sein, während der ungarische Wojwode Johann Zápolya den Rückhalt Sultan Süleymans des Prächtigen gewann. Nach der erfolglosen Belagerung Wiens im Jahr 1529 und dem abgebrochenen Feldzug der Osmanen von 1532 machte sich aber Kriegsmüdigkeit unter den Konfliktparteien breit. Am 30. Dezember 1532 schlossen die Unterhändler Kaiser Karls V. und Johann Zápolyas in Megyer (heute: Veľký Meder, Slowakei) ein Waffenstillstandsabkommen zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Ungarn, das durch eine "Verteuschte Capitulation des Ansstandts" (=Übersetztes Waffenstillstandsabkommen) publiziert wurde. Es beinhaltet vor allem Bestimmungen bezüglich Bruch der Waffenruhe: Unruhestifter, die trotz des Abkommens kriegerische Handlungen unternahmen, sollten dem Verbrechen der Majestätsverletzung (Crimen laesae majestatis) verfallen was für den gefassten Übeltäter in der Regel nichts Gutes bedeutete. Immerhin scheint der Waffenstillstand auf diese Art weitgehend gehalten zu haben, denn im Sommer 1533 wurde ein erster Friedensvertrag unterzeichnet, der eine vierjährige Atempause im "Ersten Österreichischen Türkenkrieg" markiert.

Um dem Waffenstillstandsabkommen vom Dezember 1532 größere Publizität zu verschaffen, griff man auf die noch junge Technologie des Typendrucks zurück. Der neu erworbene, aus zwei Blättern zusammengesetzte, 76zeilige Einblattdruck stammt aus der Werkstatt des Wiener Buchdruckers Johann Singriener (1510-1545). Obwohl damals sozusagen als Amtsdruckschrift vermutlich in hoher Auflage gedruckt, ist das Blatt heute extrem selten: in öffentlichen Sammlungen nirgends nachweisbar, gibt es auch in Bibliographien nur eine einzige Erwähnung, nämlich in dem "Dictionary catalogue of the history of printing from the John M. Wing Foundation in the Newberry Library".



Neuerwerbungen der letzten Monate

August 2011 Goethe oder Schiller?

Juli 2011 Geschäftsbriefe zwischen Prag, Wien und Linz

Juni 2011 Schreibkalender aus niederösterreichischem Adelsbesitz

Mai 2011 Italien im Jahr 1797

März 2011 Buchanzeige zum Bayerischen Erbfolgekrieg

Februar 2011 Die Pestsäule am Graben im Jahr 1779

Januar 2011 Veduten von Wien

Dezember 2010 Seltene Kalender

November 2010 Bibliothek Friedrich Speiser

Oktober 2010 Donauwalzer im Dianabad: The Kallir Family Collection

September 2010 Kinderbuchsammlung Gertrude Fanta

August 2010 Neues vom Freiherrn von der Trenck

Juli 2010 Schulfibeln und pädagogische Rara

Juni 2010 Wiener Handelsstands-Kalender von 1786

Mai 2010 "Für Paul Celan"

April 2010 Forschungsbibliothek Peter R. Frank (Wien / Stanford / Heidelberg)

März 2010 "Der Weinjude" und andere rare Drucke des Josephinischen Jahrzehnts

Februar 2010 Säbel, Feder, Grabstichel

Januar 2010 Bücher aus der Bibliothek von Franz Innerhofer

Dezember 2009 Kinderbücher der Biedermeierzeit

November 2009 Ein spanischer Feuerkünstler in Wien

Oktober 2009 Wiener Zeitungen des späten 18. Jahrhunderts

September 2009 Ein verschollener Barockdichter und seine verschollene Dichtung

August 2009 Neue Josephinica in der Wienbibliothek

Juni 2009 Hebräischer Buchdruck in Wien

Mai 2009 Kyrill und Method in Wien

April 2009: Kaiser Joseph und der Narrenturm