Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet
22. Mai 2012, 19.00 Uhr

Ravagiana: Hermann Leopoldi und die neuen Medien
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Eingeschränkte Öffnungszeiten

für (Musik)handschriften am 22. Mai 2012
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Objekt des Monats

Am 25. Mai 1862 starb Johann Nepomuk Nestroy in Graz.
Weiter zur Ausstellungseröffnung

W-Lan in der Bibliothek

Login und Passwort beim Infoschalter!
Weiter zur Information über W-LAN

Wienbibliothek auf Facebook
Sie sind in:

Neuerwerbungen April 2009

Kaiser Joseph und der Narrenturm

Abbildung des Narrenturms aus der Broschüre "Gründlicher Beweis, das es in Wien keine Narren giebt" aus dem Jahr 1786

Gründlicher Beweis, das es in Wien keine Narren giebt, 1786

Im Zuge von Übersiedlungsarbeiten im Magazin der Wienbibliothek konnte im Herbst 2008 eine bisher unbekannte Druckschrift aus dem Jahr 1786 aufgefunden werden.

Es handelt sich dabei um eine für die "Erweiterte Pressfreiheit" der josephinischen Epoche typische Broschüre mit dem Titel "Gründlicher Beweis, das es in Wien keine Narren giebt". Auf 24 Seiten polemisiert der anonyme Verfasser gegen das gesellschaftliche Leben in Wien: Persönlichkeiten mit Pseudonymen wie "Jeßmin", "Florido", "Raufbold" oder "Reimreich" werden dem strengen Richter vorgeführt, dessen spitze Feder letztlich doch zu dem Urteil kommt, dass diese "nichts weniger, als Narren" seien.

Auf der Frontispiz-Seite ist ein schöner Holzschnitt des erst kurz zuvor (1784) erbauten Narrenturms zu sehen, aus dessen Fenstern einige Narren hervorlugen; darunter wurden von zeitgenössischer Hand die in diesem Zusammenhang wenig schmeichelhaften Worte "Josephus ubique secundus, hic primus" (Joseph überall der Zweite, hier der Erste) gesetzt.

Die Broschüre stammt aus der Sammlung des Wiener Bibliophilen Walter Sturminger (1899–1973), der vor allem für seine – insbesondere auch mit Hinblick auf die beiden Belagerungen Wiens durch die Osmanische Armee 1529 und 1683 – reiche Viennensia-Sammlung Berühmtheit erlangte. Bislang konnte das Stück in keiner öffentlichen Sammlung oder Bibliographie nachgewiesen werden.
Zum Online-Katalog