Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Wien Geschichte Wiki

Wien Geschichte Wiki

Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet

Aktuelle Schließzeiten

Am  23. Jänner und 1. Februar schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

Ausstellungen

Sie sind in:

Sie sind hier

Objekt des Monats Jänner 2012: Die lustige Witwe – keine "Urfassung"

Franz Lehár, Die lustige Witwe, "Neue No 15 / Duett / Hannah, Danilo / (Lippen schweigen)", S. 10, MHc 21484.

Franz Lehár persönlich dirigierte die Uraufführung seiner Operette "Die lustige Witwe" im Theater an der Wien am 30. Dezember 1905. Wie in diesem Genre üblich, war das Werk erst unmittelbar vorher fertig geworden. Und es entsprach der Tradition, dass schon bald nachgebessert wurde. Eine von Lehár selbst vorgenommene größere Umarbeitung erfolgte anlässlich der 300. Aufführung im Theater an der Wien, die am 11. Jänner 1907 sogar in neuer Ausstattung über die Bühne ging.

Nachdem sich das von Hanna und Danilo gesummte Tanzduett und das Walzer-Intermezzo beim Publikum größter Beliebtheit erfreuten, soll Theaterdirektor Wilhelm Karczag den Autoren – dem Komponisten Lehár und den Librettisten Victor Léon und Leo Stein – den Vorschlag unterbreitet haben diese Melodie mit einem Text zu unterlegen. Dies überlieferte Hubert Marischka, Karczags Schwiegersohn und später selbst Direktor des Theaters an der Wien, in der Sendung des Österreichischen Rundfunks "50 Jahre Die lustige Witwe" am 30. Dezember 1955.

So entstand das weltberühmte Duett zwischen Hanna und Danilo, "Lippen schweigen, 's flüstern Geigen: Hab’ mich lieb!". Es wurde als Nr. 15 in die Operette aufgenommen. Die ursprüngliche Nr. 15, das Duett "Zauber der Häuslichkeit", wurde den Hauptdarstellern Hanna und Danilo entzogen, auf Valencienne und Camille übertragen und als Nr. 5 nach vorne gereiht. Das genannte Walzer-Intermezzo wurde durch das neue Vilja-Lied-Intermezzo ersetzt.

Franz Lehárs vollständige autographe Partiturteile dieser Musiknummern, die wie kaum andere um die Welt gingen, wurden bis vor kurzem im Historischen Manuskriptarchiv des Wiener Musikverlags Doblinger aufbewahrt. Im Sommer 2011 hat die Wienbibliothek im Rathaus diesen musikalischen Schatz, das Duett "Lippen schweigen", das Vilja-Lied-Intermezzo und das Duett "Zauber der Häuslichkeit“, erworben.