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farbige Illustration, die einen Fiaker vor einer Holzhütte, umgeben von Wild, im Wald zeigt
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Im Lesesaal mit:
Fotografie von Julia Köstenberger
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Am  23. Jänner und 1. Februar schließt der Lesesaal aufgrund einer Veranstaltung um 17 Uhr. Ersatzleseplätze werden zur Verfügung gestellt.

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Objekt des Monats April 2009: Die Reise nach Österreich. Hörspielreihe von Franz Hiesel und Gerhard Fritsch

Titelblatt des Sendemanuskripts, Typoskript mit handschriftlichen Ergänzungen, 17.05.1961

Die abgebildeten Objekte stammen aus dem Nachlass des Autors und Rundfunkdramaturgen Franz Hiesel (1921–1996). Sie zeigen zwei Seiten aus dem handschriftlichen Entwurf sowie das Titelblatt des vierten Teils der Hörspielserie "Die Reise nach Österreich". Gemeinsam mit seinem Freund und Berufskollegen Gerhard Fritsch schreibt Hiesel von 1960 bis 1961 an diesem Hörspiel. Die fünfteilige Reihe, in der die nationalsozialistische Vergangenheit und ihre kollektive Verdrängung in der österreichischen Gesellschaft verhandelt werden, wird zu einem der meistgesendeten Hörspiele der 1960er und 1970er Jahre.

Die Reise nach Österreich

"Die Reise nach Österreich" ist Hiesels umfangreichstes Hörspiel. Gemeinsam mit Fritsch schreibt er fast zwei Jahre an dieser Auftragsarbeit für den Norddeutschen und Österreichischen Rundfunk. Die beiden Autoren beginnen ihre Arbeit mit einem 190-seitigen handschriftlichen Entwurf. Das Papier dazu stammt, wie die Rückseite des Blattes zeigt, von den Städtischen Büchereien – nicht weiter verwunderlich, schließlich waren Hiesel und Fritsch dort seit 1951 als Bibliothekare beschäftigt. Diese Aufzeichnungen wurden abgetippt und an den zuständigen Dramaturgen Heinz Schwitzke zum Norddeutschen Rundfunk nach Hamburg geschickt.

Auf dem vorliegenden Titelblatt sind die Korrekturen des Regisseurs und des Hörspieldramaturgen sowie das Datum der Änderungen vermerkt. Wie aus dem Nachlass Hiesels hervorgeht, wird jede Folge bis zu sechsmal von Wien nach Hamburg geschickt, um die jeweiligen Änderungsvorschläge einzuarbeiten. Abgebildete Entwurfseite und Titelblatt gehören beide zum vierten Teil der Serie, darin muss Vivian, die Hauptfigur des Stücks, erkennen, dass ihr Mann Graf Hagenbach ein Hochstapler ist, der nach 1945 die Identität eines verschollenen Kriegskameraden angenommen hat, um in den USA ein neues, besseres Leben als Aristokrat führen zu können.

Produziert wird das Hörspiel beim Österreichischen Rundfunk in Wien. Die im Nachlass von Franz Hiesel erhaltenen Korrespondenzen zwischen Hiesel, Fritsch und Schwitzke zeigen, dass sich die Autoren als Sprecher der Hauptfigur Attila Hörbiger wünschten. Da dieser aber für das Projekt aus zeitlichen Gründen nicht zur Verfügung stand, wurde die Rolle des Ferry von Hagenbach mit dem Wiener Schauspieler Leopold Rudolf besetzt. Die Figur der Vivian spricht die Schweizer Schauspielerin Agnes Fink, bekannt vor allem als Synchronisationsstimme Katherine Hepburns.

Von 5. März bis 30. September 2009 präsentiert die Wienbibliothek im Katalogzimmer des Handschriftenlesesaals repräsentative Exponate aus dem Nachlass von Franz Hiesel sowie eine Auswahl seiner Hörspiele: "Ich möchte ich und viele sein. Der Hörspielautor und Sammler Fritz Hiesler".

Archiv der Objekte des Monats 2009

Handschriftlicher Entwurf zum Hörspiel "Reise nach Österreich", undatiert, ca.1960
Handschriftlicher Entwurf zum Hörspiel "Reise nach Österreich", Rückseite. Undatiert, ca.1960
Franz Hiesel (links) und Gerhard Fritsch (2. von links) mit Kollegen und Stammlesern in der Zentrale der Wiener Städtischen Büchereien.