Zur Katalogübersicht

Digitale Sammlungen
Weiter zu mehr Information. Link wird in neuem Fenster/TAB geöffnet
22. Mai 2012, 19.00 Uhr

Ravagiana: Hermann Leopoldi und die neuen Medien
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Eingeschränkte Öffnungszeiten

für (Musik)handschriften am 22. Mai 2012
Weiter zur Ausstellungseröffnung

Objekt des Monats

Am 25. Mai 1862 starb Johann Nepomuk Nestroy in Graz.
Weiter zur Ausstellungseröffnung

W-Lan in der Bibliothek

Login und Passwort beim Infoschalter!
Weiter zur Information über W-LAN

Wienbibliothek auf Facebook
Sie sind in:

Objekt des Monats April 2010

Oskar Grohe: Juli-Nacht (Dichtung von Hermann Lingg) für eine Singstimme und Clavier componirt. Dem Meister des deutschen Lieds, Herrn Hugo Wolf, in freundschaftlicher Verehrung bescheidenst gewidmet

Für Großansicht bitte auf das Bild klicken.

Oskar Grohe: Juli-Nacht

Juli-Nacht (Dichtung von Hermann Lingg) für eine Singstimme und Clavier componirt. Dem Meister des deutschen Lieds, Herrn Hugo Wolf, in freundschaftlicher Verehrung bescheidenst gewidmet.
Eigenhändige Reinschrift, September 1890.
2 Blatt, 34 x 25 cm
Signatur: MHc 16896

Vorliegendes Lied stellt eine ironische Umkehrung üblicher Widmungen dar: Nicht Hugo Wolf als professioneller Komponist bringt seinem Mäzen ein Werk aus eigener Feder dar, sondern Oskar Grohe, großherzoglicher Amtsrichter in Mannheim, dediziert dem von ihm ideell und materiell unterstützten Wolf eine selbst verfasste Komposition, die noch dazu jener musikalischen Gattung zuzuzählen ist, in der Wolf seine höchste Meisterschaft erreichte.

Grohe, Musikliebhaber und Amateurkomponist, wurde auf Wolf durch einen im Jänner 1890 in der "Münchner Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Aufsatz aufmerksam. Im April desselben Jahres nahm Grohe Briefkontakt mit Wolf auf und erbat in der Folge von ihm ein Urteil über einige seiner Musenkinder. Im Februar 2006 erwarb die Wienbibliothek für ihre Musiksammlung zwei handschriftliche Lieder Grohes aus dem Jahr 1890, darunter das Nämliche mit der Widmung an Wolf. Dabei dürfte es sich um jene Manuskripte handeln, die Grohe damals an Wolf zur Begutachtung gesandt hat. Die Handschriftensammlung der Wienbibliothek verfügt dazu über einen Brief datiert mit 25. September 1890, der Wolfs Reaktion wiedergibt: Wolf sucht zunächst das Gute an Grohes Kompositionen, um dann in der für ihn typischen schonungslosen Offenheit auf die Defizite hinzuweisen und schließlich in einer Art künstlerischem Credo zu enden:

Ihre Lieder, ich habe ihrer nur drei erhalten, (2 Manuskripte u. ein gedrucktes) sind gewiß besser als das Meiste was heutzutage auf dem Liedermarkt erscheint. Vor allem drückt sich darin ein ehrliches Bestreben aus nach Wahrheit u. natürlichem Ausdruck. Der Wille ist schon gut, aber das Fleisch, die Einfälle – – – – – – – Ja ja, die Kunst ist grausam, sie duldet nichts Falsches, […], nichts Halbes. Sein oder nicht sein, können od. nicht können, das ist eben die Frage. Glauben Sie mir, mein Freund, es giebt Zeiten in meinem Leben, wo ich mir nichts sehnlicher wünsche als großherzogl. Amtsrichter od. nur Amtsschreiber zu sein – u. warum? Weil die Kunst ein Vampyr ist, der an unserem besten Lebensmark saugt, wenn wir in ihrem Dienste stehen, weil sie im Zustande der Begeisterung wohl tröstet u. beseeligt, die Ernüchterung aber hernach, der Katzenjammer tödtlich ist.


Objekte aus vergangenen Monaten

März 2010: Karl Lueger zum 100. Todestag am 10. März

Februar 2010: Die II. Internationale Flugwoche vom 15. bis 22. Juni 1913 in Wien-Aspern

Jänner 2010: Elisabeth Epp zum 100. Geburtstag

Dezember 2009: Der Weihnachtsbaum.

November 2009: Frühneuzeitliche Spielkarten.

Oktober 2009: "Hirnhäusl": Zum 70. Geburtstag von Joe Berger.

September 2009: Josef Matthias Hauer: Melischer Entwurf zum Zwölftonspiel für fünf Violinen.

August 2009: Werbeplakat Wispo Lastex Badeanzüge

Juli 2009: Die römische Reise von Bundeskanzler Dollfuß 1934

Juni 2009: Kalender aus dem frühneuzeitlichen Wien

Mai 2009: Stimmen-Abschrift der Messe in Es-Dur von Joseph Haydn

April 2009: „Die Reise nach Österreich“. Hörspielreihe von Franz Hiesel und Gerhard Fritsch

März 2009: Foto aus dem Tagblattarchiv zum Frauenwahlrecht

Februar 2009: Autograph von Bernhard Frankfurter

Jänner 2009: Notenhandschriften Ferdinand Raimunds